Michael Sailstorfer

Mit Michael Sailstorfer würdigt die Jury des Teresa Bulgarini Preises für zeitgenössische Kunst im Jahr 2010 einen Künstler, der in seinen Werken mit spielerischer Leichtigkeit die Grenzen des traditionellen Skulpturenbegriffs auslotet. Sailstorfer erweitert die zeitgenössische Skulptur um die Elemente Sound, Geruch, Licht und Performance. Ausgehend von oftmals industriell gefertigten Alltagsgegenständen, die der 1979 im bayerischen Velden/Vils geborene Künstler aus ihren gewohnten Funktionszusammenhängen befreit und durch Wegnehmen, Hinzufügen, Umbauen oder Zerstören in einen neuen Kontext überführt, geben die Skulpturen und performativen Interventionen von Michael Sailstorfer überraschende und zugleich poetische Antworten auf die Frage nach dem Wesen von Skulptur.

Zitat Nikolaus Ruzicska zum Werk von Michael Sailstorfer:

»Michael Sailstorfer ist an der Frage interessiert: »Was ist Skulptur«. Auf seiner Recherche stösst er auf die erstaunlichsten Lösungen. Ausgangspunkt ist fast immer das sogenannte Alltägliche, das er mit liebevoller, verschmitzter, schlauer und teilweise auch berserkerhafter Manier transformiert, seiner ursprünglichen Bedeutung enthebt und ihm so eine neue Bedeutung verleiht.

Dem Betrachter werden durch Verschiebung der Realitäten die Augen nicht nur geöffnet, sondern geradezu verdreht. Wichtig ist für mein persönliches Empfinden, dass diese Phänomene bei Michael Sailstorfer von einer zutiefst menschlichen Poesie und von trockenem Humor getragen sind.

Der ganz normale Wahnsinn wird bei Michael Sailstorfer ein anderer ganz normaler Wahnsinn – Wertigkeiten bietet der Künstler keine an, und darin liegt bereits eine Wertung.«